Erfahrungsbericht von Stefan Vogel

Bei Fahrten mit Trailer ist es wichtig, das Kind ein wenig im Blick zu behalten und zu merken, ab wann es unkonzentriert wird. Dann sofort anhalten und Pause einlegen! Wir sind mit einem 3-jährigen Kind je nach Kondition maximal 1 h am Stück gefahren, dann wurde kurz pausiert. Auf unser ersten Mehrtagestour (Sören war 3,5 Jahre) haben wir stets mittags das Zelt aufgebaut und (ich auch!) 1-2 Stunden Mittagsschlaf gehalten. Als im Folgejahr im Kindersitz (wir hatten den zweiten Trailer gekauft als Gepäckträgermodell) auch Wiebke (2 Jahre) mitfuhr, fiel der Mittagsschlaf weg, weil beiden Racker genug zu toben hatten und nicht ans Schlafen dachten. Sören brauchte den Schlaf nicht mehr so dringend, Wiebke schlief unmittelbar nach der Mittagspause im Kindersitz ein... Selbst einige RTF (Radtourenfahrten) konnte ich mit Sören schon unternehmen, so 2006 den Spreewaldmarathon (70 km), wofür ich den Trailer an mein Rennrad hing. Mit über 20 km/h Schnitt (aber einigen Pausen mehr als andere) waren wir auch ganz gut in der Zeit. Sören war stets der jüngste Teilnehmer und zog diverse Blicke auf sich.... Auch der Heidenauer Radmarathon (80 km, 1200 Höhenmeter, knapp 20 km/h Schnitt) war 2006 dran mit Sören (wobei wir die 60 km-Tour angemeldet hatten, Sören sich aber weigerte schon nach 40 km am zweiten Verpflegungspunkt den Rückweg anzutreten...). Auch hier: Jüngster Fahrer, Fotomotiv ohne Ende und viel Schulterklopfen... 2007 stieg Sören aufs Tandem um (Einzelzeitfahren Kategorie Tandem, erster Platz bei Durchschnitt 29.74 km/h über 22 km), im Herbst dann die Heidenauer RTF mit Tandem (Sören) und Trailer (Wiebke), diesmal aber wirklich die 60 km-Tour. 

Mit Trekkingbike und Trailer ging es fast täglich zum Kindergarten (2-5 km über Land und durch Wald, je nach Fahrtroute), Sören wollte immer weitere Strecken zum Kindergarten früh, weil das Trailerfahren so viel Spaß machte. Teilweise fuhren wir 1 h eher los und drehten eine 15-km-Runde bis zum Kindergarten... Seit auch Wiebke in den Kindergarten geht, kauften wir einen zweiten Trailer (ebenfalls FunTrailer FT6), der am Gepäckträger befestigt wird, so dass Trailer + Kindersitz möglich sind. Diese Kombination ist etwas schaukelig für den Fahrer, bei voller Gepäckbeladung (so fuhren wir eine 5-Tages-Tour auf dem Spreeradweg nach Berlin) braucht man viel Kraft um das Gefährt zu halten. Auf sandigen Wegen legten wir uns zweimal sanft hin... (Zitat beider Kinder: "Cool, noch Mal, Papa!"). Bei Fahrten ohne Gepäck ist es schon auch schaukelig, 2 Kinder auf Kindersitz + Trailer zu haben, ist aber beim normalen fahren gut handhabbar. Nachteil des Spezial-Gepäckträgers ist, dass die Holme so dick sind, dass man keine normalen Ortlieb (o.ä.)-Taschen dran aufhängen kann. Ich fahre daher lieber mit dem Sattelstützenmodell, was auch bessere Fahreigenschaften hat. Bei zwei Kindern nahem ich dann Tandem + Sattelstützentrailer, was ein super Fahrgefühl für alle ist. Mit zwei kleinen Kindern Rad zu fahren ist immer schwieriger als mit einem, für unsere Kombination (Kinder waren dann 5 und 3 Jahre) war dann das Tandem mit Kinderkurbel + Trailer am besten.

WICHTIG: Im Kindersitz, auf dem Trailer und selbst im Hänger ist bei uns Helmpflicht! Auch wir Erwachsene fahren NUR mit Helm.

Bei unserer Tour nach Kopenhagen saß unser Energiebündel Wiebke (3,5 Jahre) auf dem Trailer, den Marie am Damenfahrrad angekoppelt hatte. Auch das bewährte sich sehr gut auf den 900 Kilometern. Allerdings ist Wiebke keine 5 min ruhig und nutzt den Trailer als Akrobatikgerät. Außer Handstand hat sie schon fast jede Übung am Rad geturnt :-) Gut, dass man nicht alles sieht.... Passiert ist aber noch nichts, Gott sei Dank. 

Worauf ist beim Kauf eines Trailers zu achten? Das Wichtigste ist die Ankopplung am Frontrad, dies wird meines Wissens nur vom Funtrailer anständig und vor allem sicher gelöst (man denke an die Rückrufe von Adams sowie diversen Nachläufern á la Tchibo und ZEG wegen lebensgefährlichen Fehlkonstruktionen). Wichtig ist, dass das Rad mitwachsen kann, also der Lenker an der Zugstange nicht verschweißt ist, sondern höhenverstellbar. Gangschaltung ist was feines, wenn man ins bergige Land fährt oder mal schneller unterwegs sein will (Rennrad) - so kann das Kind sowohl bergauf als auch bei höherem Tempo noch treten. Wichtig ist, dass das Kind gern mitfährt - und das geht nur bei gutem Material - sonst verliert es schnell die Lust am Fahrrad.

Folgende Fragen sollte man sich stellen:

1. Wie will ich den Trailer nutzen? Suche ich etwas gutes, sicheres und hochwertiges mit gutem Wiederverkaufswert?

2. Wächst der Trailer mit? Sattel + Lenker höhenverstellbar? Funtrailer sind bis ca. 140 cm Körpergröße geeignet. 

3. Soll es dem Kind auch Spaß machen oder reine Transportmöglichkeit sein? (Anhängefahrrad 12 Zoll: Kind kann bis knapp 8 km/h mittreten, beim Funtrailer mit 6-Gang-Schaltung: bis 28 km/h)